Schlechtes Gewissen

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Wir Menschen sind gut darin, uns gegenseitig ein schlechtes Gewissen zu machen und mit dem, was wir zu einer anderen Person sagen, eine gewisse Macht auszuüben. 

Wenn wir das Gefühl haben, jemand beachtet uns zu wenig, lassen wir mal eben den Satz fallen, das wir uns nicht gesehen fühlen. Wenn jemand seine Beziehung zu uns nicht nach unseren Vorstellungen pflegt, sagen wir dem anderen, wie lange wir ihn oder sie schon nicht gesehen haben. Wenn wir das Gefühl haben, der andere nimmt sich nicht genügend Zeit für einen, malen wir ihm oder ihr vor Augen, wie lange er oder sie dieses oder jenes schon nicht mit uns gemacht hat.

Diese Liste ließe sich noch beliebig verlängern.

Schon Kinder haben schnell heraus womit sie uns triggern und uns ein schlechtes Gewissen machen können. Je nachdem wie sensibel wir gestrickt sind, nehmen wir uns diese Aussagen zu Herzen und fühlen uns schlecht oder im schlimmsten Fall schuldig, dem anderen etwas vorenthalten zu haben.

Ich bin von der sensiblen Sorte und nehme mir sehr schnell Gesagtes von anderen zu Herzen und denke dann die ganze Zeit darüber nach und fühle mich schlecht. Ich habe das Gefühl, dass manche das auch wissen und dementsprechend häufig bestimmte Äußerungen bei mir tätigen. 

Und um mich hier nicht besser darzustellen als ich bin, gibt es auch Situationen bei mir, wo ich weiß, dass ich mit diesem oder jenen Satz etwas bestimmtes bei meinem Gegenüber erreiche!

Aber wie kann ich damit umgehen, wenn ich das Gefühl habe, mir möchte jemand ein schlechtes Gewissen machen?

Als erstes ist es wichtig, dass ich nicht sofort auf das Gesagte reagiere und anfange mich zu rechtfertigen. In einem zweiten Schritt, versuche ich Abstand zu der Situation zu bekommen und zu reflektieren, ob an der Aussage etwas Wahres dran ist oder nicht. Wenn ich mir darüber unsicher bin, spreche ich mit einer vertrauten Person darüber und frage sie, wie sie die Situation einschätzt. 

Wenn es von meiner Seite aus keine falsche Handlung gab, versuche ich mich von der Aussage zu distanzieren und mir kein schlechtes Gewissen einreden zu lassen oder mir noch länger Gedanken darüber zu machen.

Was ich noch lernen möchte ist, mein Gegenüber in so einer Situation mit ihrer Aussage und dem, was sie in mir auslöst , zu konfrontieren und sie zu bitten, dieses oder jenes nicht zu sagen. Da ich jedoch ein starker Harmoniemensch bin, traue ich mich das oft noch nicht.

Als Christ ist es mir auch immer wichtig, Situationen aus Gottes Perspektive zu sehen und ihn zu fragen, was er darüber denkt. 

In der Bibel gibt es so manche Stelle, wo wir einander auch mal ermahnen sollen und den anderen mit unangenehmen Tatsachen konfrontieren müssen. Doch das, was wir sagen, muss immer der Wahrheit entsprechen und nicht aus dem Bedürfnis heraus, bei dem anderen dieses oder jenes Verhalten zu meinem Vorteil bewirken zu wollen.

Außerdem sind wir in allererster Linie Gott gegenüber verantwortlich und nicht irgendwelchen Menschen und ihren Meinungen.

In der Bibel gibt es eine Stelle, in der es heißt:

 

Du sollst Gott mehr gehorchen, als den Menschen!

Apostelgeschichte 5,29

 

Wenn er findet, dass an der Aussage etwas Wahres und Hilfreiches dran ist, sollte ich darüber nachdenken und etwas verändern. Wenn es jedoch nur die Ansicht einer Person widerspiegelt, darf ich mich davon distanzieren und abgrenzen.

Wie ist das bei dir? Ist dir die Meinung deines Gegenübers sehr wichtig und fühlst du dich auch schnell schuldig oder kannst du gut über solchen Äußerungen stehen?

Gerne höre ich von deinen Erfahrungen!

Deine Danny 

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