Heile Weihnachtswelt?

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Weihnachten ist mittlerweile sehr romantisiert worden. Es wird üppig geschmückt und beleuchtet. Wir möchten uns heimelig fühlen, Weihnachtsmusik hören und Weihnachtsfilme anschauen. Und verstehe mich nicht falsch, ich mag alle diese Dinge und feiere es auch, wenn wieder Last Christmas im Radio gespielt wird.

Die Gefahr bei alledem ist nur, dass sich Weihnachten in einem bestimmten Bild und Gefühl darstellen soll und wir dann sehr schnell frustriert sind, wenn sich durch gewisse äußere Umstände diese Gefühle nicht einstellen oder sich das Bild anders darstellt.

Ich hatte zum Beispiel lange den Anspruch, dass die Vorweihnachtszeit und auch die Feiertage, besonders schön und harmonisch in der Familie ablaufen sollten. Kein Streit, viel Freude und Frieden, mit Kerzenschein und Keksen gespannt einer Geschichte lauschend und begeistert gemeinsam Weihnachtslieder singen. Doch je mehr ich das wollte, umso weniger hat es in der Realität funktioniert, bis ich fast frustriert mit alledem aufgehört hätte.

In dieser Zeit, schaute ich mir die Weihnachtsgeschichte aus der Bibel (Lukas 2,1ff.) noch einmal genauer an, versuchte herauszufinden, welches Bild von Weihnachten dort vermittelt wurde. Im lesen bin ich auf alles andere als auf friedliche und romantische Umstände gestoßen: Eine hochschwangere Frau musste sich auf eine beschwerliche und unkomfortable Reise auf einem Esel machen. Als sie an ihrem Ziel ankam, war jede Herberge total überfüllt und das einzige, was sie zum Übernachten fand, war ein ungemütlicher und stinkender Stall. Es gab bei der Geburt keine Hebamme, keinen Arzt, kein gemütliches Krankenbett mit Entspannungsmusik oder die Möglichkeit, eine Wassergeburt zu machen. Und für das neugeborene Baby gab es keinen warmen Strampler und ein Wärmebettchen, sondern eine Stoffwindel und eine Futterkrippe. Zu Besuch kamen keine Freunde oder liebe Familie, stattdessen besuchten sie etwas unangenehm riechende Hirten.

Natürlich kannte ich die Geschichte. Aber als ich versuchte, sie einmal neu zu lesen und zu verstehen, wurde mir klar, dass die Umstände eigentlich völlig egal waren und das es vor allem, alles andere als friedlich und romantisch zuging. Und trotzdem strahlt die biblische Erzählung um Weihnachten etwas Großes aus. Sie hat eine Wirkung, löst Freude und Frieden in den Menschen aus. Sogar Sterndeuter aus einem anderen Land erkannten, dass dort in Betlehem nicht irgendein Baby geboren wurde, sondern ein neuer König. Und die Engel verkündeten den Hirten, das ihnen nun der Heiland geboren wurde, der Retter, auf den die Menschen so viele Jahrhunderte gewartet hatten. 

Der König der Welt, verlässt seinen königlichen Thron und kommt als Baby auf diese Welt, um einer von uns zu werden, uns nah zu sein und uns aus unserer Schuld zu retten.

Viele Menschen wollten Gott sein, aber nur ein Gott wollte Mensch sein!

(Arno Backhaus)

 

Er kommt in unsere Umstände hinein. Egal ob es gerade stinkend, streitend, ärmlich oder wie auch immer aussieht, genau dorthin kommt Jesus und bringt sein Heil in unsere Situationen. Deshalb müssen wir ihm nichts vormachen oder dafür sorgen, das es um uns herum besonders friedlich und romantisch zugeht, denn für Frieden und Freude sorgt er selbst!

Als ich das neu verstand, bekam auch die Gestaltung des Weihnachtsfestes für mich eine neue Bedeutung. Ich schmücke immer noch gerne unser Haus und versuche für eine schöne Atmosphäre zu sorgen. Aber ich erwarte nicht mehr krampfhaft, das alles nur schön und friedlich ist. Ein wenig habe ich meinen Frieden damit gefunden, dass auch die Weihnachtstage, Tage wie alle anderen sind und man nicht alles Störende auf Knopfdruck wegdrücken kann. Und das muss man auch gar nicht, denn Jesus kommt dort hinein, wo nicht alles schön und romantisch, heil und friedlich ist. 

Vielleicht helfen dir diese Gedanken und dieser Blick ja auch für die kommenden Weihnachtsfeste?!

Deine Danny

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