Das Feuer der Liebe

Immer wieder höre ich davon, dass Ehen in die Brüche gehen. Das bewegt mich sehr und macht mein Herz sehr traurig! In mir steigt die Frage auf: Warum passiert das? 

Eigentlich geht man doch mit jemandem die Ehe ein, weil man sich das Versprechen gibt, in guten wie in schlechten Zeiten zusammen zu halten und füreinander da zu sein. Und eigentlich auch fürs ganze Leben, bis: ...das der Tod uns scheidet.

Denn wenn man diesen Gedanken nicht hätte, könnte man sich ja das ganze Drumherum mit teurer Hochzeit und Ringen sparen, einfach eine Zeit lang mit jemandem zusammen sein, bis es nicht mehr geht und sich dann ohne teure Scheidung trennen und es dann mit jemand anderem versuchen. Oder?

 

Oder geht man heutzutage gar nicht mehr mit solchen Gedanken in eine Ehe hinein? Oder vielleicht doch, aber spürt irgendwann, einfach aus irgendwelchen Gründen, dass man das gegebene Versprechen nicht einhalten kann?

 

Dieses Jahr feiern mein Mann und ich, so Gott will, unsere Silberhochzeit. 

25 Jahre Ehe mit vielen Höhen, aber auch einigen Tiefen. Momente des puren Glücks und fliegender Schmetterlinge, aber auch Trocken- und Dürrezeiten, wo man den anderen aus seinem Blick und seinem Herzen verloren hat und auch mal Gedanken an Trennung hoch kamen.

Gerade die Kleinkindphase, aber auch andere herausfordernde Zeiten, wie Krankheit oder Lebenskrisen die einer der Partner durchläuft, sind Gelegenheiten, sich aus dem Blick zu verlieren. 

 

Das wir nach 25 Jahren Ehe noch zusammen sind, liegt nicht daran, dass wir besonders gut sind und es einfach können. Es ist Gnade und Bewahrung von Jesus! Von Anfang an war uns klar, dass wir unsere Ehe nur mit Gottes Hilfe leben können, weil wir ohne ihn immer wieder an unsere menschlichen Grenzen stoßen würden. Deshalb haben wir bewusst eine kirchliche Trauung gewählt, um klar zu machen, dass Jesus die Mitte unserer Ehe sein soll. 

In der Bibel gibt es dazu einen schönen Vers:

Einer mag überwältigt werden,

aber zwei können widerstehen,

und eine dreifache Schnur reißt nicht leicht entzwei. 

Prediger 4,12

 

Jeden Tag brauchen wir Gottes Hilfe und bitten ihn, uns Geduld, Liebe und Verständnis füreinander zu geben! Und das werden wir auch die nächsten Jahre weiter so tun, weil wir wissen, dass eine Ehe kein Selbstläufer ist und auch wir keine Garantie haben, dass es für immer klappt. 

 

Doch abgesehen davon, gibt es auch ein paar praktische Dinge die wir tun können, um unsere Ehe positiv zu beeinflussen. 

Egal wie trubelig und voll das Leben ist, der Ehepartner muss vor allem anderen (außer vor Gott) priorisiert werden. Dafür muss Zeit eingeplant und freigeschaufelt werden. Deshalb haben wir von Anfang an, auch als die Kinder noch sehr klein waren, in Babysitter investiert und geschaut, dass wir einmal pro Woche Zeit zu zweit haben. Als es von den Kindern her möglich war, haben wir auch angefangen einmal pro Jahr ein Wochenende wegzufahren. Scheut euch nicht, eure Kinder abzugeben, denn von einer starken und gesunden Ehe profitieren sie selbst am meisten!

Um sich nicht auseinanderzuleben, ist es wichtig, aktiv an der Lebenswelt des Partners teilzunehmen und zu erfragen was ihn gerade beschäftigt, was ihn freut oder traurig macht, was für Pläne er für die Zukunft hat usw. 

Manchmal nimmt mein Mann zu einem Paar Date einen Zettel mit Fragen mit, über die wir uns dann bei einem gemütlichen Abend austauschen. Am Anfang fand ich das irgendwie komisch, aber mittlerweile finde ich es echt gut!

Damit nicht irgendwann andere Personen interessanter als unser Partner werden, ist es auch wichtig füreinander spannend zu bleiben! Zuhause nicht nur im Schlabberlook rumzulaufen, sondern Dinge anzuziehen, die dem anderen gefallen, sich hübsch zu machen wenn man ausgeht, ein schönes Parfum aufzutragen, neue Wäsche zu kaufen.

Vielleicht ist es für euch dran, gemeinsam etwas Neues auszuprobieren, gemeinsam eine Sprache lernen oder ein neues Hobby auszuprobieren, neue Städte/ Länder kennen zu lernen.

Dem kreativen Miteinander sind keine Grenzen gesetzt. 

Neben allem was man praktisch tun kann, haben uns drei Werte geholfen, an denen wir festhalten:

1. Scheidung ist keine Option!

Egal, wie schwer die Situation zu sein scheint, wir wollen an unserer Ehe festhalten! Und wenn es nötig ist, nehmen wir dafür externe Ehe-Beratung zur Hilfe!

2. Wir wollen versuchen, beim anderen immer vom Guten auszugehen!

Wenn sich einmal ein negatives Gefühl dem anderen gegenüber eingeschlichen hat, ist es schwer, wieder positiv von ihm zu denken! 

3. Wenn wir kämpfen, kämpfen wir nicht gegen unseren Partner, sondern gegen böse Mächte, die unsere Ehe zerstören wollen!

Die Bibel sagt: 

 Denn wir kämpfen nicht gegen Menschen,

sondern gegen Mächte und Gewalten des Bösen,

die über diese gottlose Welt herrschen

und im Unsichtbaren ihr unheilvolles Wesen treiben.

Epheser 6,12

 

Wenn du nicht so viel mit dem christlichen Glauben zu tun hast, kommen dir diese Worte vielleicht komisch vor. Aber so wie es das Gute gibt, gibt es auch das Böse. Es gibt weiß aber auch schwarz, Heil und Unheil. 

 

Ich hoffe du empfindest meine Worte und Tipps nicht als belehrend oder so, als ob ich wüsste wie es geht! Viele dieser Ideen haben wir uns von anderen abgeschaut und wir bleiben immer Lernende.  

Ich möchte einfach nur das weitergeben, was bei uns geholfen hat und dich und euch ermutigen, nicht zu schnell aufzugeben!

Denn ein Gott der Tote auferweckt, kann auch Ehen immer wieder neu lebendig machen und ein neues Feuer der Liebe entzünden!

Deine Danny 

 

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