Im Zuge unseres Hausverkaufs, haben wir unser Haus so richtig auf Vordermann gebracht. Wir haben geputzt, sortiert, weggeräumt, dekoriert, sprich: Wir haben es
richtig herausgeputzt.
Potentielle Käufer sollten das Haus so schön wie möglich vorfinden. Das alles war natürlich äußerlich. In unseren Schränken und tiefsten Ecken sah es etwas anders aus.
Als wir schließlich das Haus verkauft hatten und die neuen Besitzer ausmessen und genauer hinsehen wollten, sagte ich zu ihnen recht großzügig:
Ihr könnt ruhig alle Schränke aufmachen und alles ansehen, was euch wichtig ist!
Daraufhin merkte ich am Gesichtsausdruck meines Mannes, dass er meine Antwort nicht so gut fand. Er meinte daraufhin, dass er mich doch ein wenig zu großzügig fand und das er nicht findet, dass sie in die Schränke gucken müssen. Ich hatte das auch nur gesagt, weil sie eventuell das Ein und Andere behalten wollten und sie dann natürlich wissen sollten, in welchem Zustand diese Sachen sind.
Diese Situation hat mich dazu gebracht, darüber nachzudenken, inwieweit wir andere Menschen in unser Leben hineinschauen lassen, bzw. welche Schränke und Türen wir verschließen, damit die anderen nicht sehen, was sich dahinter an Staub, Dreck oder Chaos verbirgt.
Nach außen sind wir oft strahlend und rausgeputzt, aber in uns drin sieht es ganz anders aus. Wir haben scheinbar die perfekte Ehe, die besterzogensten Kinder und auch sonst unser Leben voll im Griff!
Probleme haben nur die anderen. Wir nicht, bzw., nur hinter verschlossenen Türen!
Ich will damit nicht sagen, dass wir jedem alles von uns zeigen sollen und nur um ehrlich und authentisch zu sein, jedes Problem und jede Unperfektheit nach außen kehren. Aber da wo es angebracht ist und wir Menschen vor uns haben denen wir vertrauen, dürfen wir auch mal Masken fallen lassen und zeigen, wie es wirklich ist. Und bei Menschen, die uns nicht so nah sind, zumindest nicht auf die Frage: Wie geht es dir?, Super, alles gut!, antworten. Zwischen, die ganze Wahrheit sagen und heile Welt vorspielen, gibt es ja auch noch ein paar Abstufungen, die sein dürfen und zum Schutz auch sein müssen.
Durch Instagram und andere soziale Medien, bekommen wir so viel heile Welt gezeigt, dass wir immer mehr in den Wettkampf kommen, dem nachzueifern und so zu tun, als wäre bei uns ebenfalls alles gut.
Doch tief in uns drin, sehnen wir uns eigentlich alle nach einem Ort, an dem wir ganz so sein dürfen, wie wir wirklich sind und wo wir auch mit unseren Verletzungen und Wunden sicher sind!
Doch das schaffen wir nur, wenn wir mutig werden und uns anvertrauen. Wir suchen nach einer Person, bei der wir ehrlich werden können und wenn das geschieht, dann wird auch der andere sich trauen, ehrlich zu werden.
Bekennt einander also eure Sünden und betet füreinander,
damit ihr geheilt werdet.
Jakobus 5,16
Freut euch mit den Fröhlichen!
Weint aber auch mit den Trauernden!
Römer 12,15
Wir sollen an dem Leben der anderen Anteil nehmen. An ihren Freuden aber auch an ihrer Trauer und ihrem Leid! Und in dieser gemeinsamen Bewältigung kann sogar Heilsames entstehen.
Doch um das leben zu können, braucht es diese Offenheit von jedem Einzelnen. Und dafür braucht es einen sicheren Rahmen und Ort, also das Wissen, dass ich der jeweiligen Person auch wirklich vertrauen kann und das Offenbarte bei ihr sicher ist.
Zuallererst finden wir diesen sicheren Ort bei Gott. Er bietet uns Sicherheit und Schutz und wünscht sich, dass wir ihm alles erzählen, was uns bewegt, damit er uns beistehen und helfen kann:
Ihr Menschen,
vertraut ihm jederzeit
und schüttet euer Herz bei ihm aus!
Gott ist unsere Zuflucht.
Psalm 62,9
Da Gott unsere tiefsten Gedanken kennt, brauchen wir ihm auch nichts vormachen oder Masken aufsetzen! Er sieht unser Herz, liebt uns und hilft uns in unserer Schwäche auf.
In diesem Sinne wünsche ich dir und mir solche sicheren Orte, bei Menschen und bei Gott!
Deine Danny
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Sabine Freitag (Dienstag, 24 Februar 2026 21:12)
Genauso ist das
Danny (Sonntag, 15 März 2026 13:28)
Danke für deine Nachricht!�