Loslassen

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So langsam rückt der Tag unseres Umzuges immer näher und deshalb beginnt jetzt auch die Zeit, in der man viele Dinge zum letzten Mal tut, mit dem Wissen, dass dieses oder jenes zu Ende geht.

Nun wollen auch so manche Emotionen ans Licht: Trauer, Sorge, Angst.

Trauer bzgl. all der Menschen, die einem ans Herz gewachsen und die Freund und Wegbegleiter geworden sind. Auch Umgebungen, die einem gut getan haben und in denen man sich wohlfühlte. Oder Aufgaben und Dienste, die einem Spaß gemacht und Erfüllung gebracht haben. Sorgen und Ängste machen sich breit, ob man wieder so gute Freundschaften und Beziehungen knüpft und ob man lange auf diese warten muss und zunächst eine Zeit des Wartens und der Einsamkeit aushalten muss? Und ob es lange dauert, bis man sein neues Zuhause auch wirklich als Zuhause empfindet?

Da ich so einen Wechsel jetzt zum dritten Mal erlebe, weiß ich, dass aller Anfang auch schwer ist und es wirklich Zeit braucht, sein Leben wieder neu zu sortieren und aufzustellen. Aber ich habe genauso erlebt, dass Gott uns durch diese schweren Anfangszeiten hindurch geführt und uns auch immer kleine Lichtblicke geschenkt hat, die uns spüren ließen, dass er da war und das er am Ende alles zum Guten wendet! So wurde ich am Anfang in Kleve, als ich mich sehr einsam und allein gefühlt habe, zu einem Gartentreffen von einer Frau aus unserer Gemeinde eingeladen. Sie hatte mehrere Frauen eingeladen, die Kinder im Alter meiner Kinder hatten und von denen sie glaubte, dass es zwischen uns passen könnte. Ich bin nicht mit jeder dieser Frauen in Kontakt geblieben, aber dieses Treffen ermöglichte mir damals den Eintritt in das Umfeld, in dem wir uns als Familie in den letzten Jahren bewegt haben. Ich bin so dankbar für die Idee und Gastfreundschaft dieser Frau, die sich von Gott für uns hat gebrauchen lassen und so zum Segen für uns wurde! Und solche schönen Momente gab es immer wieder. 

Manchmal hadere ich damit, dass wir durch den Job meines Mannes, nie wirklich irgendwo richtig ankommen und auch Wurzeln schlagen können. Doch immer wieder, wenn mir solche Gedanken kommen, erinnere ich mich an ein Wort Gottes:

 

Jeder, der sein Haus, seine Geschwister, seine Eltern, seine Kinder

oder seinen Besitz zurücklässt,

um mir zu folgen,

wird dies alles hundertfach zurückerhalten

und das ewige Leben empfangen. 

Matthäus 19,29

 

Gott weiß, dass ein Leben mit und für ihn nicht immer nur leicht ist und auch von so mancher Entbehrung geprägt sein kann. Aber er lässt sich auch nichts schenken und gibt uns so manches wieder zurück. Er hat mich überall mit neuen, tollen Freundschaften und Beziehungen beschenkt, uns tolle Wohnräume gegeben, die uns manches Mal echt sprachlos gemacht haben und hat uns damit bereichert, dass wir neue spannende Dinge und Aufgaben kennengelernt haben. Das ist dann die positive Seite dieses Lebens als Pastorenfamilie!

Man bleibt, flexibel, offen und lernbereit und macht es sich in seinem Leben nicht allzu gemütlich. In der Bibel steht, dass wir hier auf dieser Erde sowieso keine bleibende Stadt haben, sondern dass wir die zukünftige (den Himmel) suchen sollen. Ja, wir dürfen unser Leben genießen und uns darüber freuen, was Gott uns alles schenkt, aber wir sollten nicht vergessen, dass dieses Leben hier nicht alles ist, sondern es nach unserem Tod weiter geht. Und diese Zeit ist viel, viel länger (eine Ewigkeit) als die Zeit, die wir auf dieser Erde leben werden. 

Deshalb sollten wir nicht krampfhaft an dem Leben hier festhalten und auch bereit sein, es loszulassen, wenn Gott es so vorgesehen hat. Gott verspricht:

 

Wer sich an sein Leben klammert, der wird es verlieren.

Wer aber sein Leben aufgibt,

der wird es für immer bewahren.

Lukas 17,33

 

In diesem Sinne ist es vielleicht sogar gut für mich/ uns, dass wir gezwungen sind, Geliebtes, auch immer wieder loszulassen. Ich weiß von mir, dass ich mich ganz schön an bestimmte Menschen oder Dinge klammern kann und diese dann vielleicht einen viel zu hohen Stellenwert bekommen würden!

Doch bei aller Vernunft mit der ich an die Sache rangehen kann, fühle ich jetzt gerade zuerst einmal Trauer und Schmerz. Und weil es ungesund ist, Gefühle zu verdrängen, möchte ich diesen Gefühlen Raum und Zeit geben und dem Prozess des Loslassens seine Berechtigung zusprechen. 

Wie geht es dir mit dem Thema? Kannst du gut Dinge loslassen oder hältst du auch eher daran fest?

Ich wünsche dir und mir bei diesen schweren Momenten, Gottes Frieden und seine Nähe und gute Freundschaften und Beziehungen, die uns in diesem Prozess begleiten!

Deine Danny 

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Kommentare: 2
  • #1

    Daniela (Samstag, 14 März 2026 09:51)

    Ein gutes Thema. Loslassen ist wirklich nicht immer einfach, gerade wenn man ein emotionaler Mensch ist. Ich bin heute Morgen wach geworden und habe diesen Beitrag gelesen, ich denke, weil ich diesen lesen sollte und er mir gezeigt hat, dass jeder Schmerz und Trauer über eine Situation haben kann und lernen muss damit umzugehen. Das ist mir natürlich bewusst, aber durch diese Zeilen fühle ich mich nicht alleine mit diesem Thema. Manchmal frage ich mich, warum ich so sehr Probleme mit dem loslassen habe? Ich kann sehr schlecht loslassen und muss mich immer wieder den Dingen stellen. Ergreifende Einschnitte im meinem Leben haben es mir nicht leicht gemacht. Ein Umzug im Pubertierenden Alter und alles hinter mir lassen, meine Verwandtschaft, Freunde und Klassenkameraden und meine gewohnte Umgebung etc. Der frühe plötzliche Tod meines Vaters in Alter von 49 Jahren. Und später der frühe Tod meines Sohnes im Alter von fast 6 Jahren durch die schreckliche Krankheit Krebs ( das war der größte Verlust in meinem Leben und hat mein Herz gebrochen). Zwischendurch habe ich auch einige Tiere verloren, die mir viel bedeutet haben. Die Trennung meiner Jugendliebe nach über 20 Jahren und dadurch immer wieder Situationen , wo ich stark sein musste, weil ich allein erziehend bin. Im Jahr 2025 wurde ich erneut auf die Probe gestellt, der frühe Tod meines Mannes ( Jugendliebe) im alter von 54 Jahren mit dem ich immer noch verheiratet war, obwohl wir getrennt waren. Der Tod meiner Patentante direkt im Anschluss und dann wurde mir noch mein Seelenhund genommen im Alter von 4 Jahren, die eigentlich topfit war. Hinzukommt dass ich meiner Familie Grenzen setzen musste und in dieser schweren Zeit keinen Kontakt zu Ihnen hatte. Mutter, Bruder und Schwester waren nicht da. Das fiel mir wirklich sehr schwer, obwohl ich weiß, dass sie mich lieben und ich sie liebe, nach meinem empfinden hatten sie mich verletzt und ich konnte nicht auf sie zu gehen ( was ist sonst immer gemacht habe, um Frieden in unser Leben zu bringen). Ich hatte aber das Gefühl, diesen Weg muss ich alleine gehen, warum auch immer. Hinzu kam eine neue Arbeitsstelle und eine kleine Operation. Meine Kinder sind sehr gläubig und haben mich sehr unterstützt. Ich bin fing wieder an Ich habe zu beten und habe sie manchmal bei einem Kirchengang begleitet. Viele Fragen kamen in dieser Zeit auf mich zu. Ich kann sagen, dass loslassen ein großes Thema für mich ist. Ich habe mich gefragt, was Gott mir damit zeigen will. Ich möchte aber auch etwas positives sagen. Meine beste Freundin stand hinter mir, mein Freund, der es nicht immer einfach mit mir hat und natürlich meine Kinder.
    Zwischendurch waren natürlich viele andere nicht einfache Dinge, die hinzukamen und es wäre jetzt zu lang, das hier alles aufzuschreiben.
    Ich bin froh über meine neue Arbeitsstelle, obwohl mich dort das Thema einholt, denn ich betreue eine schwerstbehinderte Frau/ Mädchen, die mich oft mit dem Thema konfrontiert, was den Tod betrifft, Gott oder den Himmel.
    Ich habe wieder guten Kontakt zu meiner Mutter. Meine Schwester sucht den Kontakt durch leichte Bemühungen. Zu meinem Bruder fehlt noch der Kontakt. Ich weiß, dass sich das alles wieder richten wird. Und in ein paar Wochen bekommen wir einen neuen Hund, den wir gemeinsam ausgesucht haben. Wir ( meine Kinder, mein Freund und ich ) fahren gemeinsam in den Urlaub über meinen Geburtstag.
    Finanzielle Schwierigkeiten haben sich fast aufgelöst.
    Ich lese wieder und versuche mir mehr Zeit für mich zu nehmen, obwohl ich viel arbeite.
    Dennoch weiß ich, dass ich zum Thema loslassen noch viel lernen muss. Man sollte mehr den Moment leben und dankbar sein für alles, was man hat und was noch kommen wird. Immer wenn man denkt, das geht nicht mehr kommt von irgendwo ein Lichtlein her. Nun wünsche ich ganz viel Kraft und Liebe in den neuen Lebensabschnitt und danke für den Beitrag.
    Liebe Grüße, Daniela

  • #2

    Danny (Sonntag, 15 März 2026 13:27)

    Pu, das ist einiges, was du loslassen musstest/ musst! Danke, dass du das so ehrlich geteilt hast!
    Ich wünsche dir bei diesem Prozess ganz viel Kraft und Gottes Hilfe!
    Es freut mich aber auch zu lesen, dass du dennoch auch einige schöne Dinge aufzählen kannst und dich daran freust!
    Liebe Grüße �