Das Leben der Anderen

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Oft haben wir genaue Vorstellungen darüber, wie unser Leben verlaufen sollte, damit wir glücklich sind. Ob und wann wir heiraten wollen, wie unser zukünftiger Partner aussehen und sein sollte, ob und wenn ja, wie viele Kinder wir haben möchten, was wir werden wollen, wo und wie wir mal leben möchten.

Manchmal schenkt Gott Gnade und unser Leben verläuft tatsächlich ähnlich unserer Vorstellungen. Aber was ist wenn es anders kommt als gehofft? Und noch schwieriger wird es, wenn andere Menschen dann etwas haben oder leben können, was wir uns selbst gewünscht haben, es uns aber (bisher) versagt geblieben ist!

Dann hadern wir vielleicht mit unserem eigenen Leben und empfinden mehr und mehr Neid und Bitterkeit, dass dem anderen das gegeben wurde, was wir selbst haben wollten. Und das ist ja auch erst einmal normal und verständlich das solche Gefühle in mir hochkommen! 

Wie soll ich mich auch sonst fühlen, wenn zum Beispiel meine Freundin ein Kind nach dem anderen bekommt, ich selbst aber Kinderlos bin. Oder ich sehnsüchtig auf meinen Traumpartner warte, während jemand anderes ihn schon ganz jung gefunden und sogar geheiratet hat, bei mir aber immer noch nichts in Sicht ist und ich, vielleicht  sogar eine Beziehungspleite nach der nächsten erlebe? Oder wenn ich schon lange eine Wohnung suche und ein anderer beim ersten Mal seine Traumwohnung bekommt? Oder wenn ich mich von einem Job in den nächsten hangele, weil ich einfach nicht das finde, was zu mir passt, ein anderer aber schon längst in seinem angekommen ist und schon die Karriereleiter nach oben steigt?

Wie bei allen Gefühlen, ist es wichtig, sich auch dem Gefühl der Bitterkeit, Traurigkeit und des Neides bewusst zu werden und diese zuzulassen, damit sie nicht verdrängt werden und somit im Dunkeln vor sich hin gären und alles noch viel schlimmer wird.

Dann sollte ich mich jemandem anvertrauen und mit ihm über meine Gefühle sprechen und wenn du Christ bist, gemeinsam dafür beten. Gott freut sich, wenn wir mit allem zu ihm kommen, was uns beschäftigt und möchte uns gerne helfen. Das wird uns immer wieder besonders durch die Psalmen in der Bibel deutlich. Hier schreiben verschiedene Menschen über die Auf´s und Ab´s ihrer Gefühle. In Psalm 73 schreibt Asaf, passend zu unserem Thema, über sein Unverständnis, dass es anderen Menschen so gut geht und ihm selbst so schlecht, obwohl er an Gott glaubt und die anderen Menschen nicht. Schonungslos offen und ehrlich schreibt er über seine negativen Gefühle diesen Menschen gegenüber und ermutigt uns somit, auch ehrlich und offen mit Gott zu sprechen. 

Nachdem er sich jedoch eine Weile beklagt hat, verändert sich etwas. Er schreibt:

Schließlich ging ich in dein Heiligtum...

Psalm 73,17

 

Je länger sich der Psalmschreiber in der Gegenwart Gottes befand, umso mehr erkannte er die Einseitigkeit seiner Gedanken und wie Gott das Ganze sah. In diesem Fall machte Gott Asaf deutlich, dass er sich nicht auf das jetzige Leben der Menschen konzentrieren sollte, weil es letztlich um das Ende der Menschen ging und ob diese Menschen ihr Leben mit Gott oder ohne ihn gelebt haben und nicht, welches Glück ihnen auf der Erde zuteil wurde:

Ganz plötzlich wird sie das Entsetzen packen,

sie werden ein Ende mit Schrecken nehmen.

Wie ein Traum beim Erwachen verschwindet,

so vergehen sie, wenn du dich erhebst, o Herr.

Psalm 73,19-20

 

Vielleicht geht es bei uns nicht um so einen krassen Vergleich von Menschen, die mit oder ohne Gott leben. 

Aber auch uns kann es helfen, sich mit unseren Fragen und unserem Unverständnis an Gott zu wenden und ihn um seine Sicht über die Situation zu bitten. 

Vielleicht macht er uns dann deutlich, dass wir uns nicht vergleichen sollen, weil das Leben eines jeden Menschen ganz individuell und einzigartig verläuft und er mit jedem seinen ganz eigenen Plan hat. Oder er zeigt uns, dass es für uns aus bestimmten Gründen gar nicht gut wäre, dieses oder jenes zu haben, was ein anderer hat. Vielleicht gibt er uns aber auch keine konkrete Antwort auf unsere Frage und tröstet uns und hilft uns, mit der Situation umzugehen und zu leben. 

Fakt ist:

Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken,

und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der HERR, 

sondern so viel der Himmel höher ist als die Erde,

so sind auch meine Wege höher als eure Wege

und meine Gedanken als eure Gedanken.

Jesaja 55,8-9

 

Wir wissen einfach manchmal nicht, was er sich wie denkt! Aber klar ist auch, dass er gute Gedanken über unser Leben hat, Gedanken der Zukunft und der Hoffnung! Vielleicht schaffen wir das mit der Zeit zu glauben und darauf zu vertrauen, dass Gott es mit uns genauso gut meint, wie mit dem anderen und das er niemanden bevorzugt oder benachteiligt. Er meint es mit jedem von uns gut, nur hat er mit jedem von uns eigene Pläne.

Und das wir diese erkennen und annehmen können und wir auch den anderen das Gute gönnen, was sie geschenkt bekommen, das wünsche ich dir und mir!

 

Deine

Danny 

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