Falsche Demut

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Demut ist gerade in christlichen Kreisen ein großes und wichtiges Wort.

Und das ist es auch, weil Jesus selbst uns darin Vorbild war. Dies wird z.B. deutlich in der Geschichte der Fußwaschung, wo Jesus, der eigentlich der Herr ist, sich zum Diener macht und seinen Jüngern die Füße wäscht. Als er damit fertig ist, fordert er seine Jünger auf, ebenso zu handeln.

Doch ich glaube, dass es auch eine falsch verstandene Demut gibt, in der wir nur noch darauf schauen, was wir für den anderen tun können und uns selbst dabei vergessen. 

Ich selbst kenne das gut, weil bis vor kurzem einer meiner Lebenssätze war:

Hauptsache dem anderen geht es gut!

Unter anderem dieser Satz hat dafür gesorgt, dass ich in eine Erschöpfungsdepression hinein geraten bin.

Ich hatte oft den anderen und seine Bedürfnisse im Blick, habe dabei aber gar nicht an meine Bedürfnisse gedacht und daran, das sie genauso wichtig sind. 

Ja, Jesus war viel für Menschen da, aber er hat sich auch immer wieder an stille Orte zurückgezogen, Zeit mit Gott, seinem Vater verbracht und durch diese Zeit der Stille wieder neue Kraft bekommen!

Falsche Demut gibt es auch in anderen Bereichen. Mit fällt der Bereich ein "Was sollte ich mir von anderen gefallen lassen und was nicht?"

Ja, in der Bibel steht:

Wenn jemand dir eine Ohrfeige gibt,

dann halte die andere Wange auch noch hin.

Lukas 6,29

 

Aber es gibt auch Stellen die uns ermutigen, den anderen zurechtzuweisen und ihn mit unguten Dingen zu konfrontieren, damit er sich weiterentwickeln und sich verändern kann.

Ich hatte letztens eine Situation, in der ich mich über etwas bei jemandem geärgert habe. Ich kämpfte mit mir und ärgerte mich im Stillen, aber hatte nicht den Mut, es anzusprechen. Beziehungsweise wollte mir nicht zugestehen, dass es schlimm genug war, um es zum Thema zu machen. 

Doch diese Person hatte eine Grenze bei mir überschritten und das fühlte sich falsch an. 

Um des lieben Friedens Willen und um nicht mit der Person in Konflikt zu kommen, wollte ich es einfach unter den Tisch fallen lassen. 

Aber es arbeitete weiter in mir und durch sämtliche Therapiegespräche in der Vergangenheit hatte ich gelernt, meine Grenzen wahrzunehmen und auch zu schützen. Also entschied ich mich, es bei der Person freundlich anzusprechen.

Sie hat es auch sofort verstanden und angenommen und damit war das Thema erledigt.

Ich bin froh, dass ich den Mut fand die Sache anzusprechen, gut für mich zu sorgen und nicht aus falscher Demut zurücksteckte! Denn Gott wünscht sich, dass ich mich genauso liebe, wie meinen Nächsten! Und das bedeutet, meine Grenzen wahrzunehmen und sie zu schützen!

Wie ist das bei dir? Ist das auch ein Thema für dich oder hast du damit keine Probleme?

Falls ja, hoffe ich, dass dir meine Gedanken ein wenig weiterhelfen konnten!

Deine Danny 

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